Die Alpen bleiben ein zentraler Anziehungspunkt für Gäste aus dem In- und Ausland

29. Juni 2026 / 08:14 Uhr

Österreichs Fremdenverkehr startet stark, doch Urlaub-Euro zieht viele ins Ausland

Der heimische Tourismus ist mit ungewöhnlich kräftigem Rückenwind in den Sommer gestartet.

Plus von zwölf Prozent bei Übernachtungen

Im Mai 2026 wurden in österreichischen Beherbergungsbetrieben laut vorläufigen Zahlen von Statistik Austria 9,57 Millionen Nächtigungen und 3,63 Millionen Ankünfte registriert.


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Das ist ein Plus von zwölf Prozent bei den Übernachtungen gegenüber dem Mai des Vorjahres – und zugleich der höchste Mai-Wert seit Beginn der elektronischen Aufzeichnungen 1973/74.

Viele Feiertage im Mai

Ein wesentlicher Grund für den starken Saisonauftakt war die Lage der Feiertage: Pfingsten fiel heuer in den Mai, ebenso eine Woche der bayerischen Pfingstferien. Das machte sich besonders bei Gästen aus der Bundesrepublik bemerkbar. Gäste aus dem Nachbarland kamen im Mai auf 3,42 Millionen Nächtigungen – ein Zuwachs von 37,3 Prozent. Dahinter folgten die Schweiz und Liechtenstein. Die Übernachtungen österreichischer Gäste blieben mit 3,28 Millionen hingegen nahezu unverändert.

Auch das bisherige Jahr liegt im Plus

Nicht nur der Mai, auch die Bilanz der ersten fünf Monate 2026 fällt positiv aus. Bis Ende Mai wurden österreichweit 64,15 Millionen Nächtigungen gezählt. Das entspricht einem Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Ankünfte stieg um 3,3 Prozent auf 18,39 Millionen.

Während der Inlandstourismus stabil bleibt, kommt das Wachstum vor allem aus der Bundesrepublik Deutschland und dem Ausland. Für Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Gastronomie und Freizeitbetriebe ist das ein ermutigendes Signal zum Beginn der Hauptsaison.

Wo der Urlaubs-Euro mehr wert ist

Gleichzeitig steht der Österreich-Urlaub im Wettbewerb mit Auslandsreisen. Denn für österreichische Reisende spielt 2026 nicht nur das Reiseziel, sondern auch die Kaufkraft eine zentrale Rolle.

Laut Statistik Austria ist der österreichische Urlaubs-Euro in Osteuropa und Teilen des Mittelmeerraums besonders viel wert.

Bulgarien am billigsten

In Bulgarien erhalten Urlauber aus Österreich für 100 Euro einen Gegenwert von 186 Euro, in Rumänien von 155 Euro. Auch die Türkei bleibt mit 156 Euro Gegenwert ein besonders günstiges Urlaubsziel. Portugal, Spanien, Griechenland, Zypern, Italien und Kroatien liegen ebenfalls unter dem österreichischen Preisniveau.

Norden bleibt teuer, Japan wird günstiger

Anders sieht es bei Reisezielen im Norden Europas aus. Island und die Schweiz gehören weiterhin zu den teuersten Destinationen. Für 100 in Österreich verdiente Euro erhalten Reisende dort nur touristische Leistungen im Wert von 64 beziehungsweise 70 Euro. Auch Norwegen, Dänemark, Schweden und Irland bleiben vergleichsweise kostspielig.

Bei Fernreisen ist das Bild gemischt. Japan ist für österreichische Gäste günstiger geworden: Dort liegt der Gegenwert von 100 Euro bei 144 Euro. Grund dafür sind unter anderem der schwache Yen und eine geringe Inflation. Australien und Mexiko haben sich hingegen verteuert.

Zustimmung zum Tourismus bleibt hoch

Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor – das ist den Österreichern bewusst. Für das Jahr 2025 weist Statistik Austria einen Tourismusakzeptanzsaldo von plus 37 Prozentpunkten aus. Der Wert blieb damit gegenüber 2024 nahezu stabil.

45 Prozent der Bevölkerung nahmen die Auswirkungen des Tourismus auf ihren Wohnort als überwiegend oder eher positiv wahr. Nur acht Prozent sahen überwiegend oder eher negative Folgen. Viele Befragte verbinden Tourismus mit wirtschaftlicher Stärke, Arbeitsplätzen, Gastronomie, Infrastruktur und einem besseren lokalen Angebot.

Verkehr und volle Orte als Belastung

Diese Zustimmung ist für die Branche wichtig. Denn Tourismus funktioniert langfristig nicht nur über Buchungszahlen, sondern auch über die Akzeptanz jener Menschen, die in den betroffenen Regionen leben.

Doch die positive Grundstimmung hat Grenzen. Kritisch gesehen werden vor allem ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, zu viele Touristen sowie Preissteigerungen durch stärkere Nachfrage. Regional unterscheiden sich die Einschätzungen deutlich.

Positive Grundstimmung

Für die kommende Sommersaison bedeutet das: Die Branche kann optimistisch sein, muss aber aufmerksam bleiben. Der Rekordstart im Mai ist ein starkes Signal. Ob daraus ein nachhaltig erfolgreicher Sommer wird, hängt nicht nur von Nächtigungszahlen ab, sondern auch davon, ob Gäste, Betriebe und Bevölkerung gleichermaßen profitieren.

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