Wenn Musiker politisch werden, sind sie nur selten sattelfest. Das bewies einmal mehr der bundesdeutsche Barde Herbert Grönemeyer bei seinem Wien-Konzert, wo er in einem regelrechte Wutanfall ziemlichen Blödsinn von sich gegeben hat.Â
Migranten haben das Land mit aufgebaut
Der Publizist Andreas Mölzer rechnete mit dem Sänger („Mensch“, „Ich hab dich lieb“) in einem Kommentar in der Kronen Zeitung ab. Die Argumente, die der Sänger in seiner Wutrede in der Wiener Stadthalle vorgetragen habe, seien allzu hanebüchen, um sie unerwidert zu lassen. Da habe er etwa verkündet, man könne Migranten das Leben hierzulande nicht verbieten, weil sie das Land mit aufgebaut hätten.
Einwanderer illegal ins Land gekommen
Das wäre laut Mölzer zwar richtig, wenn Grönemeyer die volksdeutschen Vertriebenen gemeint hätte, die in Österreich tatsächlich überaus verdienstvoll am Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligt gewesen wären. Der Sänger habe aber jene Einwanderer gemeint, die in den vergangenen Jahrzehnten weitgehend illegal ins Land gekommen seien. Mölzer meinte weiter:
Die unser Gesundheitssystem überfordern, unser Schulsystem ruinieren und in überproportionalem Maße die Kriminalstatistik beleben.
Gute Kinderstube vergessen
Grönemeyer vergaß seine gute Kinderstube, als er sagte, dass die „Rechten in ihren Löchern verschwinden“ sollen. Einige dieser Rechten – in Österreich also alle Wähler der stärksten Parlamentspartei, bei Umfragen rund 40 Prozent – waren beim Konzert in Wien. Auch der frühere politische Weggefährte von Jörg Haider, Stefan Petzner. Dieser meinte auf Facebook:
Ich glaube, das makellose Image des Herrn Grönemeyer hat heute eine ziemliche Delle abbekommen.
Konzert für politische Hasstiraden missbraucht
Kommentarschreiber gaben ihm Recht. „Die Leute wollen kein Geld für Künstler zahlen, die ihr Konzert missbrauchen, um politische Hasstiraden vom Stapel zu lassen“, schrieb ein Konzertbesucher. Und ein anderer meinte: „Meine Reaktion: Statt wie andere gehorsam zu applaudieren, tat ich das Gegenteil: Ich verließ demonstrativ den Saal. Und das so auffällig wie möglich und für alle so sichtbar wie möglich. Mut kann man sich eben nicht kaufen“.Â


