Da braucht sich keiner zu wundern, dass in der Verlierer-Ampel nichts weitergeht, wenn Kabinettschefs der Ministerien FPÖ-Mandatare nachspionieren – und sich dabei auch noch lächerlich machen.
Was ist passiert? Der Kabinettschef der ÖVP-Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, ein gewisser Roman Markhart, forschte (mithilfe des militärischen Geheimdienstes? – Satire off) nach, wo sich der Social-Media-Account des FPÖ-Generalsekretärs Christian Hafenecker befindet. Er schrieb auf dem Kurznachrichtendienst X:
Warum ist der Account von @hafi1980 in Kroatien daheim? @FPOE_TV ein patriotischer Akt?
“Hätte mehr Sachverstand erwartet”
Damit wollte Herr Markhart wohl suggerieren, dass der freiheitliche Politiker Hafenecker doch nicht so patriotisch ist wie er sich selbst immer gibt. Doch damit gab er sich der Lächerlichkeit preis. Denn Hafenecker klärte – ebenfalls auf X – umgehend auf und antwortete mit einem satrischen Text:
Sie sind lustig, danke für den unterhaltsamen Start in den Tag. Von einem Kabinettschef im Verteidigungsministerium hätte ich etwas mehr Sachverstand in Sachen Social Media erwartet. Aber nun wird mir Vieles klarer. Tipp: Sinn erfassend lesen, „der Account (Nutzer) befindet sich in Croatia“ bedeutet wohl, dass Sie mich schon vor Wochen im Urlaub gestalkt haben. Das hätten sie auch über die Campingplatzvideos auf meinem YouTube Account herausfinden können. Ich freu mich übrigens über Ihr Abo. Anbei finden sie einen Screenshot von heute Morgen, ich wünsche einen erfolgreichen Bürotag, ChH
Hafenecker berichtete aus Kroatien
Tatsächlich also dürfte Roman Markhart einem Irrtum aufgesessen sein und Christian Hafenecker in seinem Urlaub in Kroatien „gestalkt“ haben. Von dort aus war der FPÖ-Generalsekretär politisch nicht untätig und sendete über Social-Media-Kanäle Beiträge, etwa Live-Berichte aus seinem Wohnwagen unter dem Titel „Caravan TV“.
Dass der Kabinettschef der österreichischen Verteidigungsministerin nichts Besseres zu tun hat, als den Social-Media-Account eines freiheitlichen Mandatars herauszufinden, passt irgendwie ins Bild dieser Verlierer-Ampel.
SPÖ-Kanäle aus Deutschland betreut
Herr Markhart hat unzensuriert aber neugierig gemacht – und wir haben nachgesehen, wo sich die Accounts der anderen Parteien befinden. Siehe da: Die SPÖ (Bundespartei, Wien und Niederösterreich) lässt ihre Kanäle tatsächlich aus Deutschland betreuen. Danke, Herr Markhart, ohne Sie wären wir nie auf die Idee gekommen, das zu hinterfragen.



