„Gibt es eigentlich noch einen Grund, ÖVP zu wählen?“ – das fragt sich der Journalist Christian Ortner in seiner Presse-Kolumne „Quergeschrieben“.
Vorbei wären nämlich die Zeiten, in denen man sich einreden konnte, mit einer Stimme für die ÖVP wenigstens den schlimmsten sozialistischen Unfug zu verhindern, schreibt Ortner, der dazu Fakten liefert.
Argentinien als Beispiel
So wäre in Argentinien das Problem des Wohnungsmangels und der hohen Mieten vom dortigen radikal-liberalen Präsidenten, Javier Milei, im vergangenen Jahr dadurch entschärft worden, dass sämtliche staatliche Begrenzungen und Regulierungen abgeschafft worden seien. Mit dem Effekt, dass sich allein in Buenos Aires das Angebot an Wohnungen vervierfacht hat und die Mieten dementsprechend gesunken wären. Angebot und Nachfrage eben.
“International renommierter Ökonom Babler”
Österreich gehe gerade völlig unbeirrt von diesen Fakten den genau umgekehrten Weg. Weil die Mieten nun auf Wunsch des international renommierten Ökonomen Andreas Babler noch mehr reguliert werden würden, dürfte das Angebot sinken – und die Mieten weiter steigen. Dass die SPÖ das ungerührt in Kauf nehme, überrasche wenig. Wirklich deprimierend sei, dass auch die ÖVP dem ohne jedes Schamgefühl zugestimmt habe.
Leistungsträger werden enteignet
Die Volkspartei habe es nach Ansicht des Autors endgültig aufgegeben, so etwas wie eine bürgerlich-liberale Partei mit vernünftigen marktwirtschaftlichen Fundamenten zu sein. Eine derartige Partei hätte zum Beispiel niemals einer Anpassung der Pensionen zugestimmt, die Leistungsträger enteignet und Teilzeitaffine belohnt.
Politischer Luftballon ohne Hülle
Eine derartige Partei sei die ÖVP nicht (mehr), und deswegen könne eigentlich niemand eine halbwegs luzide Antwort auf die Frage geben, warum man die ÖVP wählen soll. Ein politischer Luftballon ohne Hülle, das sei kein wirklich prickelndes Angebot für eine bürgerliche Wählerschaft.
