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Mädchen mit Mobiltelefon

Eine Mathe-Lehrer soll widerliche Sex-SMS an eine 13-jährige Schülerin geschickt haben. Nach Berufsverbot in Wien unterrichtet er im Burgenland.

17. Jänner 2024 / 11:17 Uhr

Pädophiler Lehrer unterrichtet nach Berufsverbot in Wien im Burgenland

Der Stadtparteiobmann der Freiheitlichen in Eisenstadt, Bernhard Skaumal, kann es nicht fassen, dass ein pädophiler Lehrer, der in Wien Berufsverbot hat, weiter in einer Schule im Burgenland unterrichten darf.

“Ich will deinen Körper mit Honig einschmieren”

Mehrere Medien hatten darüber berichtet, dass der Mathematik-Lehrer R. ein Verhältnis mit seiner 13-jährigen Schülerin gehabt haben soll. Widerliche SMS auf dem Mobiltelefon des Kindes hätten keine Zweifel offengelassen. „Liebevoll“ soll der Mann das Mädchen als seine „Lolita“ bezeichnet haben, die auf ihn abfahre. Ungehemmt soll der „Herr Lehrer“ dem Kind nicht nur zweideutige, sondern mehr als eindeutige Nachrichten per SMS geschickt haben. Im Stile wie folgt: „Ich will deinen Körper mit Honig einschmieren und ablecken!“ Diese Botschaft soll noch eine von den vornehm-zurückhaltenden gewesen sein.

Bildungsdirektion sind keine Anschuldigungen bekannt

Als der Skandal aufgeflogen war, bekam der Mathe-Lehrer in Wien Berufsverbot. Aber siehe da: Plötzlich tauchte der Pädagoge nach Zwischenstopps an islamischen Privatschulen als Lehrer in einer Pflichtschule im Südburgenland auf. Die Aufregung ist groß: Nicht nur bei Eltern (einige haben ihre Kinder aus dieser Schule genommen), sondern auch bei Eisenstadts FPÖ-Stadtparteichef Skaumal, der sich mit diesem Fall an die Bildungsdirektion Burgenland gewandt hatte und folgende Antwort bekam:

Bezugnehmend auf Ihre Anfrage zum Zeitungsartikel der Kronen Zeitung vom 31.12.2023 wird seitens der Bildungsdirektion für Burgenland ausdrücklich festgehalten, dass Lehrpersonen vor Anstellung entsprechend der gesetzlichen Vorgaben überprüft werden (mittels Strafregisterauszug) und ausschließlich bei Unbescholtenheit angestellt werden. Der Bildungsdirektion für Burgenland sind keine Anschuldigungen, Beschwerden oder Verfahren bekannt. Sämtliche Entscheidungen werden unter Bedachtnahme auf das Kindeswohl getroffen.

Keine Verurteilung, also “weiße Weste”

„Das darf doch nicht wahr sein!“, werden sich viele denken. Tatsächlich sind die neun Bildungsdirektionen in Österreich eigenständig und haben somit neun verschiedene Arbeitgeber. Sie unterliegen dem Datenschutz, wodurch persönliche Informationen über Pädagogen dem Vernehmen nach nicht weitergegeben werden dürfen. Egal, ob es sich um pädophile Übergriffe, Stalking an der Kollegenschaft, Alkoholmissbrauch oder Gewalt gegen Schüler handelt. Solange es nicht zu einer strafrechtlichen Verurteilung kommt, was in diesem Fall nicht passiert ist, haben solche „Lehrer“ offiziell stets eine „weiße Weste“. Zur Verurteilung soll es nicht gekommen sein, weil das Opfer die meisten Vorwürfe vor Gericht wieder zurückgenommen haben soll.

Leichtfertiger Umgang der Behörden mit Kindeswohl

Das Entsetzen bei Eltern und Stadtpartei-Obmann Skaumal bleibt. Er sagte gegenüber unzensuriert:

Ich bin selbst Vater von drei Kindern und zeige mich entsetzt darüber, wie leichtfertig die Behörden mit dem Wohl unserer Kinder umgehen.

Die Bildungsdirektion habe ihm eine unbefriedigende Antwort zurückgeschickt. Diese habe seiner Ansicht nach nicht nur eine juristische Funktion, sondern vor allem eine moralische Verpflichtung, so der FPÖ-Stadtparteiobmann.

Nach Ansicht von Skaumal hätte die Bildungsdirektion Burgenland sogar die gesetzliche Möglichkeit, sich in Wien zu informieren. Dafür sei der Artikel 22 B-VG (Amtshilfe) anzuwenden. „Aber wo kein Wille, da auch kein Weg. Wir Burgenländer sind entsetzt und fürchten um unsere Kinder“, sagte der FPÖ-Mandatar. Angesichts des österreichweit grassierenden Lehrermangels scheinen es die Bildungsdirektionen nicht mehr allzu genau zu nehmen.

Anfrage an den Bildungsminister

Der pädophile Lehrer wird nun auch ein Fall für das Parlament. Die FPÖ-Nationalratsabgeordneten Christian Ries und Hermann Brückl stellten an ÖVP-Bildungsminister Martin Polaschek dazu 26 Fragen. Unter anderem wollen sie wissen, ob rechtlich fundierte Gründe des Datenschutzes der Weitergabe eines angeforderten Personalaktes von einer Bildungsdirektion zu einer anderen Bildungsdirektion entgegenstehen.

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