In Belgien hat die “Deutschsprachige Gemeinschaft” einen symbolischen Erfolg für die Gleichberechtigung ihrer Sprache gegenüber dem Niederländischen und dem Französischen erkämpft. Die Fußball-Nationalmannschaft singt ab sofort nicht nur auf Französisch, sondern gemischt in allen drei Amtssprachen.
80.000 Deutsche
Im Königreich Belgien sind auf dem Papier alle drei Sprachen Amtssprachen und die Deutschen genießen einen so weitreichenden Status der Autonomie, wie man ihn ansonsten nur in Südtirol findet.
Dennoch ist die reale Situation für die rund 80.000 Deutschen in der besagten Region ähnlich, wie für die Südtiroler: Oftmals wird ihre Sprache gesellschaftlich nicht gleichberechtigt behandelt, und es wird versucht, sie zu verdrängen.
Neue Regelung zur EM 2024
So war es bis jetzt auch beim Singen der Hymne bei Fußballspielen. Zwar gibt es die Barbanconne, zu Deutsch “Das Lied von Barbant”, in allen drei Amtssprachen, jedoch wurde sie bis jetzt bei Länderspielen nur in einer Mischform aus Französisch und Niederländisch (oder rein auf Französisch) gesungen.
Nun die Neuerung: Ein Teil wird bald auch auf Deutsch gesungen werden. Zwar nur eine Zeile, dennoch darf dies als Erfolg für das Auslandsdeutschtum gewertet werden. Wie die Belgische Rundfunk Nachrichten berichtet, wird dies bei der Europameisterschaft 2024 in der Bundesrepublik Deutschland schon so praktiziert werden.
Deutsche Region wechselte oft
Die Deutschen leben um die Stadt Eupen. Nach dem Austritt der Niederlande aus dem Deutschen Reich 1648 wechselte die Region oftmals die Zugehörigkeit zwischen den Niederlanden, Frankreich und Deutschland. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Gebiet ohne Volksabstimmung und gegen den Willen der Bevölkerung nach zuletzt über 100-jähriger Zugehörigkeit zu Deutschland abgetrennt und an Belgien angegliedert. Seitdem kämpfen die Deutschen dort für den Erhalt ihrer Sprache und Kultur.