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Susanne Rosenkranz

FPÖ-Landesrätin Rosenkranz hat sich in ihrem Mega-Ressort viel vorgenommen. Was, das erzählte sie unzensuriert am Rande der Donaustädter Sommergespräche.

4. August 2023 / 10:40 Uhr

Landesrätin Rosenkranz: „Unsere Lehrlinge sind die Fachkräfte von morgen!“

Es tut sich was im blau-gelben Bundesland Niederösterreich, seit die FPÖ mit am Ruder ist. Das spürte man förmlich im Gespräch mit Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ), die ein Mega-Ressort übernommen hat.

Rosenkranz, die wir am Rande der Donaustädter Sommergespräche gestern, Donnerstag, zum Interview trafen, möchte die Naturparks finanziell ordentlich aufstellen, eine Einsatztruppe zur Kontrolle des Tierschutzes installieren, die Lehre aufwerten und dafür sorgen, dass behinderte Jugendliche auch in den Ferien eine Betreuung erhalten.

Mit Basis-Finanzierung der Naturparks ländliche Region stärken

Unzensuriert: Sie sind seit März Landesrätin für Arbeit, Konsumenten-, Natur- und Tierschutz in Niederösterreich. Was haben Sie, kurz umrissen, in diesem Mega-Ressort vor?

Rosenkranz: Um Gottes Willen, kurz umrissen? Das sind große Bereiche! Im Naturschutz, der in Wahrheit unser Heimatschutz ist, geht es vor allem darum, unsere Naturparks in Niederösterreich, von denen es 19 gibt und die die Vielfalt des Landes widerspiegeln, finanziell ordentlich aufzustellen. Bis jetzt müssen die Naturparks objektbezogen arbeiten. Ich möchte, dass sie eine Basis-Subvention bekommen, damit sie in Ruhe arbeiten können. Denn es ist nicht so einfach, von Projekt zu Projekt zu schauen und dann nicht einmal liquid zu sein. Niederösterreich ist ein Flächen-Bundesland, und da ist es auch wichtig, die ländliche Region zu stärken. Das ist einmal das Erste, was ich umsetzen möchte.

Der EVN auf die Finger klopfen

Unzensuriert: …und beim Tier- und Konsumentenschutz?

Rosenkranz: Da sind wir gerade dabei, die “Task Force” einzurichten, die – das muss man fairerweise sagen – schon von Gottfried Waldhäusl angeleiert worden ist. Wir wollen in jedem Viertel eine schnelle Einsatztruppe, die kontrolliert, ob man sich an den Tierschutz hält. Zum Beispiel Bauern, die womöglich Tiere nicht artgerecht halten. Weiters brauchen Tierheime mehr Geld, denn die Tiere dort nehmen überhand. Die Menschen leben immer mehr mit Tieren, die sie nicht mehr bewältigen können, und wir wissen schon nicht mehr, wohin damit. Der Konsumentenschutz ist ein ganz kleiner Bereich in meinem Aufgabengebiet, da sind meine Kompetenzen endend wollend. Dennoch werden wir schauen, dass wir der EVN auf die Finger klopfen. Dass sie die Preise nicht an die Kunden weitergeben, ist – ehrlich gesagt – nicht einzusehen.

Weg mit der Prüfungs-Taxe bei Meisterprüfung

Unzensuriert: Der Arbeitsmarkt ist aber ein großer Aufgabenbereich.

Rosenkranz: Wir evaluieren derzeit die Projekte, vor allem jene, die vom AMS co-finanziert werden, weil das AMS im nächsten Jahr weniger Geld zur Verfügung haben wird. Zwei Schwerpunkte sind für mich: die Langzeitarbeitslosen und die Jugendlichen. Bei den Jugendlichen geht es mir um die Aufwertung der Lehre. Wir sind immer ein Land der Meister gewesen. Österreich hat eine gute Tradition mit dem dualen System – also Schule und Ausbildung im Unternehmen. Und es ist überhaupt nicht einzusehen, dass wir in den vergangenen Jahrzehnten die Lehre so schlecht gemacht haben. Heute fehlen die Fachkräfte. Die Lehrlinge sind die Fachkräfte von morgen. Wir haben 200 Lehrberufe, aber das weiß kaum jemand. Wenn man Jugendliche fragt, was sie werden möchten, bekommt man noch immer die Antwort: Mechaniker oder Friseurin. Es gibt aber so viel mehr. Wir werden eine Werbeoffensive brauchen, um einmal zu transportieren, was es an Lehren überhaupt gibt. Was wir noch wollen, obwohl es sich dabei um eine Bundessache handelt, ist, dass endlich diese Taxen für die Meisterprüfungen abgeschafft werden. Das ist absolut nicht einzusehen. Jede Matura ist gratis – und der Meister muss sich eine bis zu 7.000 Euro teure Ausbildung zahlen und dann auch noch eine Prüfungs-Taxe ablegen.

Ferienbetreuung für behinderte Jugendliche

Unzensuriert: Sind Sie nicht auch für Behinderte zuständig?

Rosenkranz: Ja. Da ist für mich ein ganz großer Schwerpunkt, dass wir die Ferienbetreuung für die Jugendlichen auf die Beine stellen. Es geht dabei um jene, die in der Schule einen sonderpädagogischen Bedarf haben. Mit Schulschluss melden die Gemeinden diese Jugendlichen alle ab und ganze neun Wochen hängen die Kinder dann zuhause herum. Sie haben keine Möglichkeit der Ferienbetreuung, keine Kurse, wo sie hingehen können.

Unzensuriert: Das kostet alles wahnsinnig viel Geld. Woher wollen Sie das nehmen?

Rosenkranz: Teilweise ist das nicht einmal so teuer. Gerade was den Naturschutz betrifft, handelt es sich um einen geringen Aufwand, weil wir das Geld zum Teil ja nur verschieben. Da geht es um 200.000 Euro. Wenn ich mir das Budget vom Land anschaue, ist diese Summe im Vergleich lächerlich.

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