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Seine treuesten Anhänger findet der autokratische und islamische türkische Präsident im Ausland – besonders in Österreich.

15. Mai 2023 / 16:31 Uhr

Türken in Österreich: Erdoğans verlängerter Arm

Die Türkei hat gestern, Sonntag, ihren nächsten Präsidenten gewählt. Insgesamt waren rund 64 Millionen Menschen zur Stimmabgabe aufgerufen.

Autokratischer Erdogan muss in Stichwahl

Zur Wahl standen mehrere Kandidaten. Der amtierende Präsident Recep Tayyip Erdoğan konnte nicht, wie von ihm erhofft, schon im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erringen, sondern muss nach aktuellem Stand in die Stichwahl.

Dort wird er auf seinen Herausforderer Kemal Kılıçdaroğlu von der kemalistisch-sozialdemokratischen CHP, der größten Oppositionsfraktion im türkischen Parlament, treffen. Im Parlament hielt Erdoğans AKP gemeinsam mit einer Partnerpartei die absolute Mehrheit.

In der Türkei weniger beliebt

Erdoğan kommt nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen auf knapp 50 Prozent. In der Türkei. Was fehlt, sind die Stimmen der Türken im Ausland – mit rund 3,4 Millionen eine wahlentscheidende Größe. Und deren Wahlverhalten deckt sich nicht mit dem der im Heimatland lebenden Türken, deren Leben aber unmittelbar durch die Wahlentscheidung geformt wird.

Im Ausland hat Erdoğan nämlich seine wahren Kohorten stehen: Bei der letzten Wahl 2018 fuhr er dort eine satte Mehrheit von 60 Prozent ein. Damit stimmten die Auslandstürken für eine autokratische, stark religiös bestimmte Regierung in der Türkei, die vor Korruption, Internet-Zensur und erpresserischer Politik – Stichwort Migrationspolitik – nicht zurückschreckt.

Herkunft und Religion

Noch viel mehr Unterstützung findet Erdoğan in Österreich. Von den mehr als 300.000 hier lebenden Türken gaben 72 Prozent der Wähler ihm und seiner AKP ihre Stimme, Kılıçdaroğlu kam nur auf knapp 26 Prozent der Stimmen. Das sagt viel über die Türken in unserem Land aus: Ihnen sind Islam und die türkische Herkunft offensichtlich immanent wichtig. Von Integration keine Spur.

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