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Pamela Rendi-Wagner

Noch-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner will keinen parteiinternen Wahlkampf führen. Sie verlässt sich offenbar auf ihre Seilschaften.

11. April 2023 / 20:54 Uhr

Doch kein großes Rennen: SPÖ-Vorsitzwahl wird zum ramponierenden Dreikampf

Zunächst hatte die SPÖ ein durch und durch demokratisches Mitgliederverfahren angekündigt, um den künftigen Parteichef zu wählen. Doch dann entglitt die Parteichefsuche und wurde zur Lachnummer.

Blamage und skurrile Lachnummer

69 Kandidaten und vier Kandidatinnen hatten sich beworben, darunter eine Giraffe, wobei unbekannt ist, ob sie zu den drei Kandidatinnen nebst Noch-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner gehörte. Vier Kandidatinnen in einer Partei, die sich der Frauenquote und seit Jahrzehnten der Frauenförderung verschrieben hatte. Eine Blamage.

Keine 30 Unterstützungserklärungen

Immer skurriler wurde das Prozedere, sodass die parteiinterne Wahlkommission jetzt ein Machtwort sprach: Nix mit freier Wahl zwischen verschiedenen Kandidaten durch Parteimitglieder. Nur zwischen drei Kandidaten können die 148.000 SPÖ-Mitglieder wählen, nämlich Rendi-Wagner, Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und dem Traiskirchner linksaußen Bürgermeister Andreas Babler. Nur sie hätten die nachträglich geforderten 30 Unterstützungserklärungen und ein Motivationsschreiben beigebracht.

Parteiinterner Wahlkampf

Rendi-Wagner gibt sich siegessicher und verlässt sich offenbar auf ihre Seilschaften. So rührt Wiens Landeshauptmann Michael Ludwig für sie die Werbetrommel. Offiziell will die seit Beginn ihres SPÖ-Vorsitzes (Ende 2017) umstrittene Wienerin keinen parteiinternen Wahlkampf führen.

Anders ihre beiden Herausforderer. Babler startete heute, Dienstag, seine „Basis-Tour“, Doskozil will noch diese Woche mit seiner „Freundschaftstour“ folgen. Ersterer kann auf die linken Parteimitglieder hoffen, letzterer auf die alten Roten und einige prominente Parteigenossen wie Max Lercher, einst Bundesgeschäftsführer unter Christian Kern.

Hieben und Stechen

Es ist zu erwarten, dass es in den nächsten Wochen zu einem Hieben und Stechen zwischen den drei Kandidaten, insbesondere zwischen Rendi-Wagner und Doskozil kommen wird. Das wird ihnen massiv schaden.

Ob der Machtkampf unter der Decke gehalten werden kann, ist ungewiss. Klar ist nur, dass der einstige Kadavergehorsam der Parteimitglieder, der die SPÖ auszeichnete und wie ein Fels agieren ließ, längst vorbei ist.

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