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Karl Nehammer

In der Hochblüte von Sebastian Kurz (Bildmitte) wurde die ÖVP in Kärnten stimmenstärkste Partei, unter Karl Nehammer fiel sie auf Platz drei zurück und verlor sage und schreibe 17,9 Prozentpunkte.

9. März 2023 / 07:51 Uhr

Die Wahl-Schlappe der ÖVP in Kärnten – Vergleich beendet Mär vom Zugewinn

Ein Wahlergebnis lässt sich anscheinend drehen und wenden, wie man will. Das hat der Jubel bei der ÖVP über einen vermeintlichen Zugewinn in Kärnten gezeigt. Ein seriöser Vergleich war das nicht.

Gelbe Bänder für Ungeimpfte

Zuerst aber zum großen Wahlverlierer der Kärntner Landtagswahl am 5. März, Peter Kaiser von der SPÖ. Hörte man Journalisten in den etablierten Medien zu, tat ihnen der Mann, der gerade ein Viertel seiner Wähler verlor und ein Minus von neun Prozentpunkten einfuhr, leid. Er habe doch gute Politik gemacht, war der allgemeine Tenor. Gute Politik? Kaiser wollte den Ungeimpften während der „Pandemie“ gelbe Bänder anlegen und zog nach massiven Protesten seinen unsäglichen Gender-Leitfaden, nachdem die Kärntner nicht mehr „Mutter“ sagen sollten, sondern „Elternteil“, zurück. Wohl nicht nur deshalb, aber auch deshalb fiel das Wahlergebnis für ihn so aus.

ÖVP verlor in Wahrheit 17,9 Prozentpunkte

Regelrecht amüsant zu beobachten war, wie sich ÖVP-Bundeskanzler Karl Nehammer über veremeintliche Zugewinne seiner Kärntner Gesinnungsfreunde freute. Im Vergleich mit der Landtagswahl vor fünf Jahren, 2018, könnte man den Freudentaumel des Kanzlers ja noch verstehen. Damals kam die ÖVP auf 15,5 Prozent der Stimmen, diesmal, 2023, auf 17 Prozent.

Aber ist dieser Vergleich wirklich zulässig, nachdem die Schwarzen in Kärnten bei der bislang letzten Stimmabgabe, der Nationalratswahl 2019, in der Hochblüte von Sebastian Kurz auf sage und schreibe 34,90 Prozent kamen und somit mit Abstand stimmenstärkste Partei in Kärnten wurden. Stellt man dieses Ergebnis mit dem Ausgang der Landtagswahl gegenüber, verlor die ÖVP satte 17,9 Prozentpunkte – und da kann man den dritten Platz von vorigen Sonntag nicht mehr schönreden, da muss man deutlich von einer Wahlschlappe sprechen.

Blauer Wahlsieg mit nahezu fünf Prozentpunkten Zugewinn

Im Gegensatz zu den Freiheitlichen übrigens, die bei der Nationalratswahl nach der „Ibiza-Affäre“ nur auf 19,78 Prozent der Stimmen kamen und jetzt bei der Landtagswahl kräftig zulegen konnten und 24,6 Prozent einfuhren. Das ist, im Vergleich zur Nationalratswahl 2019, ein Zugewinn von nahezu fünf Prozentpunkten. Da könnte man dann schon getrost das Wort „Wahlerfolg“ in den Mund nehmen.

Politik der Öko-Fundamentalisten klar abgelehnt

Ein Wort noch zu den Grünen, die den Einzug in den Kärntner Landtag mit nur 3,9 Prozent erneut klar verpassten. Das Interessante an diesem Ergebnis war die Analyse der grünen Klubobfrau Sigrid Maurer, die das Ziel erreicht sah. In Wahrheit bekamen die Grünen zu spüren, dass die Politik der grünen Öko-Fundamentalisten klar abgelehnt wurde.

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