Demokratisch, kritisch, polemisch und selbstverständlich parteilich

Helmut Brandstätter

Neos-Abgeordneter Helmut Brandstätter rastete bei der Nationalratssitzung völlig aus und verglich FPÖ-Chef Herbert Kickl mit Hitler.

24. Feber 2023 / 16:38 Uhr

„Kickl wie Hitler“: Nur ein Ordnungsruf für Neos-Abgeordneten Brandstätter

Unfassbare Entgleisung heute, Freitag, bei der Sondersitzung im Parlament. Neos-Abgeordneter Helmut Brandstätter verglich die Argumentation von FPÖ-Chef Herbert Kickl mit jener von Hitler.

Eklat beim Thema “Russland-Ukraine-Konflikt”

Zum Eklat kam es bei der Rede von Herbert Kickl. Brandstätter soll folgenden Zwischenruf gemacht haben, als Kickl über die Schuldfrage im Russland-Unkraine-Konflikt sprach:

Genauso hat Hitler auch argumentiert.

Tumultartige Szenen

FPÖ-Klubobmann-Stellvertreterin Dagmar Belakowitsch hatte diesen Zwischenruf, der anscheinend in der TV-Übertragung nicht gehört wurde, auf das Schärfste verurteilt und einen Ordnungsruf gefordert. Danach wurde die Sitzung unterbrochen und es kam bei einer „Stehenden Präsidiale“ zu tumultartigen Szenen.

Nur ein Ordnungsruf von Sobotka

Ergebnis: ÖVP-Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka erteilte für folgende Wortmeldungen Ordnungsrufe: Reinhold Lopatka (ÖVP) für „Verlängerter Arm dieses Kriegsverbrechers“ (Richtung FPÖ), Herbert Kickl (FPÖ) und Dagmar Belakowitsch (FPÖ) für „Schäbiger Lügner“ (Richtung ÖVP und Helmut Brandstätter (Neos) für den „Vergleich mit Hitler“ (Richtung FPÖ).

Dass es für diesen Ausraster nur einen Ordnungsruf geben soll, sorgte bei vielen für Kopfschütteln, zumal Brandstätter auf „Twitter“ nochmals nachlegte und schrieb:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Früherer Kurier-Mitarbeiter entsetzt

Der ehemalige Kurier-Journalist Martin Sörös, der unter dem damaligen Chefredakteur Helmut Brandstätter arbeitete, konnte sein Entsetzen nicht verbergen und schrieb auf Facebook:

Jetzt brechen endgültig alle Dämme in der österreichischen Politik. Kein Mensch ist gezwungen, Herbert Kickl zu mögen, aber wenn ein NEOS-Abgeordneter und ehemaliger KURIER-Chefredakteur wie Helmut Brandstätter (von dem man daher annehmen kann, dass er über ein Mindestmaß an Bildung und Niveau verfügt) den Parteichef einer in Österreich nicht verbotenen Partei in die Nähe von Adolf Hitler rückt, dann hört sich der “Spaß” auf und belegt, dass ich mit meinem unlängst veröffentlichten Buch (“HIER REGIERT DER HASS”) leider sehr richtig gelegen bin. Und es muss erlaubt sein zu fragen, ob Brandstätter inzwischen aus der Partei der NEOS ausgeschlossen worden ist und ob eh schon Anzeige gegen ihn erstattet wurde? Leute, so kann es in diesem Land nicht weitergehen. Österreich steht am Abgrund . . .

Brandstätter beschädigte Demokratie nachhaltig

Brandstätter, der die Nazikeule schwingt, hat offenbar wenig Ahnung vom Nationalsozialismus. Auf diese Weise inflationiert und verharmlost er das ernste Gedenken an das Großverbrechen, an das Grauenhafteste, was im 20. Jahrhundert geschehen ist, neben dem Stalinismus. Das darf man daher nicht zu so einer kleinen Münze der alltäglichen politischen Talkshow-Selbstbehauptung machen.

Den politischen Gegner mit solchen Zuschreibungen zu attackieren, läuft auf eine geschichtsverfälschende Verharmlosung des Holocaust und des Nazi-Terrors hinaus und beschädigt unsere Demokratie nachhaltig.

Unterstützen Sie unsere kritische, unzensurierte Berichterstattung mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Teile diesen Artikel

    Diskussion zum Artikel auf unserem Telegram-Kanal:

Politik aktuell

23.

Jun

09:24 Uhr

Wir infomieren

Unzensuriert Infobrief