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Christine Lagarde

Christine Lagarde wird als Währungshüterin des Euro herumgereicht. Doch genau das Gegenteil passiert, was der Vergleich mit der Schweiz beweist.

31. Oktober 2022 / 20:59 Uhr

Dreist: Inflation bei elf Prozent und Lagarde meint, sie käme „aus dem Nichts“

Seit einem Jahr ziehen die Preise an und erreichten mit Oktober laut Statistik Austria elf Prozent. Damit lag die Inflation in Österreich sogar höher als im Euroraum, wo sie bei 10,7 Prozent lag.

Ahnungslos oder dreist?

Doch die oberste Währungshüterin des Euro Christine Lagarde, Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), erklärte in einem Interview mit dem staatlichen irischen Fernsehen RTE am Freitag, dass die EZB den Leitzins weiter anheben werde, um die Inflation zu bekämpfen, die „so ziemlich aus dem Nichts gekommen“ sei.

Schuld an der Inflation: Putin

Die einzige Erklärung für die hohe Inflation sah sie im Angriff Russlands auf die Ukraine.

Kein Wort darüber, dass die Teuerung in der Eurozone lange vor dem Ukraine-Konflikt angezogen hat. Seit Jänner lag sie bei fünf Prozent – alles noch weit vor dem Ukraine-Krieg.

Kein Wort darüber, dass die Schweiz eine viel niedrigere Inflationsrate hat, zuletzt, im September, lag sie bei 3,3 Prozent, also weniger als einem Drittel von der Eurozone. Offensichtlich fällt die Inflation nicht vom Himmel, sondern ergibt sich aus der Währungs- und Geldpolitik.

Kein Wort darüber, dass sich Teuerung immer dann einstellt, wenn Geld ohne Gegenwert einfach nur gedruckt wird. Wie zu allen Zeiten geht ein solcher Schwindel schief.

Bilanzsumme verzehnfacht

Seit 2008 beantwortet die EZB mit Zustimmung der Regierungen jede Krise mit dem Drucken von Geld. Zuerst wurden damit die Banken „gerettet“, danach musste die Realwirtschaft und bald darauf die bankrotten EU-Staaten gerettet werden. Und die Beträge nahmen gigantische Ausmaße an: Allein „wegen Corona“ wurden 1,85 Billionen Euroscheine einfach gedruckt. Damit hat sich die Bilanzsumme der EZB von 0,8 Billionen Euro im Jahr 2004 auf 8,6 Billionen Euro mehr als verzehnfacht.

Mehr Geld als Güter

Doch in diesen 15 Jahren hat sich die Wirtschaftsleistung nicht verzehnfacht, im Gegenteil, sie schrumpfte. Doch wenn die Geldmenge stärker als die Gütermenge wächst, schlägt sich der monetäre Überhang irgendwann in steigenden Güterpreisen nieder: jetzt. Doch für Frau Lagarde kommt die Inflation „so ziemlich aus dem Nichts“.

Nächste Zinserhöhung – Todesstoß für geschwächte Wirtschaft

Am Donnerstag hatte die EZB eine weitere Zinserhöhung angekündigt, um die Inflation wieder auf ein „vernünftiges Niveau zu bringen, damit die Lebenshaltungskosten für die Menschen nicht so hoch sind, wie sie sind.“

Aber Zinserhöhungen bremsen nicht nur die Inflation, sondern auch die Wirtschaftsleistung, weil die Firmen weniger investieren und herstellen können. Deshalb wächst die Gefahr, mit der Zinserhöhung die Konjunktur abzuwürgen bei gleichzeitig steigenden Preisen. Ein Todesstoß für die durch die Corona-Politik so stark geschwächte Wirtschaft. Tödlich für den Wohlstand.

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