Demokratisch, kritisch, polemisch und selbstverständlich parteilich

Albertas neue Premierministerin Danielle Smith kritisiert das demokratisch nicht legitimierte Weltwirtschaftsforum und seinen Einfluss auf Politiker.

25. Oktober 2022 / 19:58 Uhr

Albertas Premierministerin will nichts mit Weltwirtschaftsforum zu tun haben

Danielle Smith ist erst seit zwei Wochen als Premierministerin (Landeshauptfrau) der Provinz Alberta in Kanada im Amt.

Vereinbarung zur Gesundheitsberatung

Doch schon mit ihren ersten politischen Entscheidungen sorgte sie für Aufsehen. So informierte sie am vergangenen Freitag, dass sie die seit Juli 2020 bestehende Vereinbarung zwischen dem Gesundheitsamt Alberta Health Services und dem Weltwirtschaftsforum kündigen werde.

Die Vereinbarung sah vor, dass die Provinz unter dem Dach des Forums Ideen mit Gesundheitsforschern der Harvard Universität und der Mayo Klinik austausche.

Weltwirtschaftsforum hat nichts mit Gesundheit zu tun

Am Montag begründete sie bei der ersten Pressekonferenz nach der Vereidigung ihres Kabinetts diesen Schritt. Sie schenke dieser Organisation, die sie als einen „Haufen Milliardäre“ beschreibt, keine Glaubwürdigkeit in Gesundheitsfragen:

Ich glaube nicht, dass die Person, die diese Gruppe leitet, ein Arzt, eine Krankenschwester oder ein Sanitäter ist, und ich glaube nicht, dass er ein Mediziner ist.

Kontrolle nicht gewählter Milliardäre über gewählte Politiker

Sie findet es „geschmacklos, wenn Milliardäre mit der Kontrolle prahlten, die sie über politische Entscheidungsträger ausübten“, wie es die WEF-Chefs täten:

Ich finde das beleidigend.

Solange diese Organisation nicht damit aufhört, sich ihrer Kontrolle über die Politiker zu rühmen, habe sie kein Interesse, sich mit ihr einzulassen.

Vorwurf „Verschwörungstheorie“

Sofort wurde der Premierministerin vorgeworfen, „Verschwörungstheorien“ zu akzeptieren, wonach das Weltwirtschaftsforum eine Gesellschaftsordnung installieren wolle, in der die Bürger kaum mehr Mitspracherechte hätten und ständig überwacht würden. Smith lehnte eine Antwort ab und erklärte nur:

Ich denke, es ist sinnvoll, Gesundheitsentscheidungen auf der Grundlage von Gesundheitsexperten zu treffen.

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