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Ein beschauliches Leben führen – war einmal. Heute wollen die Regierungen jeden Bürger zu jeder Zeit kontrollieren und in ihrem Sinne erziehen. China macht es vor.

5. Juli 2022 / 22:36 Uhr

Gruselig: China verwendet Technologie, die die Gedanken der Bürger überwacht

Es klingt wie ein Science-Fiction-Film, ist aber bittere Realität. Wie mehrere britische Mainstream-Medien berichten, soll die Führung der kommunistische Partei Chinas Systeme künstlicher Intelligenz benützen, die die Gedanken der Menschen kontrollieren und bewerten können.
Gesichtsausdrücke bewerten
Der Beitrag, der die neue Technologie vorstellte, sei am 1. Juli im Internet hochgeladen worden, jetzt aber nicht mehr abrufbar.
Doch übereinstimmend wird berichtet, dass das System von Forschern des Wissenschaftlichen Forschungszentrums in der 8-Millionen-Stadt Hefei entwickelt worden sein soll. Es kann Gesichtsausdrücke und Gehirnwellen von Menschen analysieren und dabei feststellen, wie sie bestimmte Inhalte reflektieren, darüber denken und fühlen und in weiterer Folge empfänglich für „Gedankenerziehung“ sind.
An Parteimitgliedern getestet
Die Kommunisten wollen damit die Loyalität der Parteimitglieder erhöhen und „ihr Vertrauen weiter festigen“:

Einerseits kann die Technologie beurteilen, wie Parteimitglieder denken und politische Bildung akzeptiert haben. Andererseits wird sie echte Daten für das Denken und die politische Bildung liefern, damit sie verbessert und bereichert werden kann.

Die Chinesen dürften schon länger an dieser Technologie arbeiten. Bereits 2018 berichtete die South China Morning Post, dass eine solche Technologie bei Fabrikarbeitern in Hangzhou eingesetzt worden sein soll.
Digitaler Totalitarismus
Dabei ist diese Überwachungstechnologie nur der logische Folgeschritt, denn schon jetzt müssen die Mitglieder der kommunistischen Partei eine App installieren, die sie zu strammen Kadern der Partei erziehen. So müssen sie Punkte sammeln für Lesen von Jubelartikeln, Ansehen von Verherrlichungsvideos oder die Teilnahme an Quizzes über kommunistische Helden.
Dabei wird überprüft, wer von den fast 100 Millionen Parteimitgliedern wie lange und wann diese App benützt. Wer brav war, kann seine Punkte dann gegen kleine Geschenke einlösen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.
Nur ein Testlauf
Doch all dies wird wohl nicht Halt machen bei den Parteimitgliedern der Kommunisten. So baut das Regime an einer allumfassenden Datenbank, um jeden einzelnen Bürger seiner 1,4 Milliarden Einwohner zu erfassen und zu überwachen. Und zwar, dank 5G, rasend schnell und mit viel mehr Daten als bisher bekannt.
Das haben Journalisten der New York Times nach einjähriger Recherche erst kürzlich veröffentlicht. Ziel der Kommunisten: die „Kontrolle der gesamten Bevölkerung“, das Leben jedes einzelnen Bürgers Chinas, von seiner Geburt bis zu seinem Tod, zu jedem Zeitpunkt verfügbar zu haben – und wohl gefügig zu machen.
Gewaltenteilung und Machtkontrolle
Man mache sich nichts vor: Das technisch Machbare wird nicht nur in China angestrebt und umgesetzt. Entsprechende Fantasien gibt es auch im Westen. Die Corona-Politik hat gezeigt, wie schnell Undenkbares möglich und Freiheiten weggenommen werden können. Umso wichtiger ist die Stärkung der Gewaltenteilung und der Machtkontrolle – doch genau diese haben in der Corona-Zeit ausgesetzt: in den Parlamenten, beim Verfassungsgerichtshof und in den Mainstream-Medien.

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