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Tafel der Windischkaserne

Gegen die Stimmen der FPÖ hat der Nationalrat die Umbenennung der Windischkaserne in Klagenfurt beschlossen. Sie soll nun den Namen eines fahnenflüchtigen Soldaten bekommen.

14. Oktober 2022 / 08:31 Uhr

Aufregung im Nationalrat: Windischkaserne soll nach Deserteur benannt werden

Der Nationalrat hat gegen die Stimmen der FPÖ die Umbenennung der Windischkaserne in Klagenfurt beschlossen. Sie soll nun den Namen eines fahnenflüchtigen Soldaten bekommen.

Kaserne mit Namen eines fahnenflüchtigen Soldaten

Während das Verteidigungsministerium ein Luftabwehrsystem um 16 Milliarden Euro kauft und die Bezüge der Grundwehrdiener erhöht, allerdings nicht auf das von der FPÖ geforderte Niveau der Mindestsicherung von 978 Euro, setzt die Regierung nun ein fatales Zeichen für das Bundesheer in Kärnten. Die Windischkaserne, erst in der Zweiten Republik 1967 nach Generalmajor Alois Windisch benannt, wird auf Wunsch des Nationalrats umbenannt. Sie soll auf Drängen der Grünen den Namen des kürzlich verstorbenen Wehrmachtsdeserteurs Richard Wadani, nach dem gerade in Wien-Simmering ein Gemeindebau benannt wurde, tragen.

“ÖVP zu feige, um sich gegen Druck von Links zur Wehr zu setzen”

Die Freiheitlichen sprechen von „Cancel Culture“ im Verteidigungsministerium. In einer Aussendung meinte FPÖ-Abgeordneter Volker Reifenberger:

Die Grünen sind in der Regierung und die ÖVP ist zu feige und zu nachgiebig, um sich dem politischen Druck von Links zur Wehr zu setzen.

Sozialdemokrat setzte sich für Windisch-Freilassung ein

In seiner Rede im Nationalrat referierte Reifenberger den auf der offiziellen Webseite des Verteidigungsministeriums bereitgestellten Lebenslauf des Generalmajors Alois Windisch und hob dessen offene Ablehnung des Nationalsozialismus hervor. Er erinnerte daran, dass es der sozialdemokratische Bundespräsident Theodor Körner war, der sich für die Freilassung des in einem Schauprozess im Tito-Jugoslawien zum Tode verurteilten Generalmajors einsetzte. Seine Heimkehr wäre dann in ganz Österreich groß gefeiert worden.

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Darabos waren weder NS-Nähe noch Kriegsverbrechen bekannt

Festzuhalten sei auch, so Reifenberger in seiner Rede im Parlament, dass laut einer Anfragebeantwortung des seinerzeitigen Verteidigungsministers Norbert Darabos (SPÖ) – ein politisch äußerst Unverdächtiger – im Jahr 2011 zur Vergangenheit des Alois Windisch weder eine NS-Nähe noch Kriegsverbrechen bekannt waren. Reifenberger zeigte sich schockiert, dass Windischs Name nun getilgt werden soll, nachdem vor rund 60 Jahren eine Kaserne nach ihm benannt wurde und meinte:

Wer sind wir, dass wir jetzt viele Jahrzehnte später, diesen historischen Namen auslöschen wollen? Glauben wir besser über einen Offizier urteilen zu können als seine damaligen Zeitgenossen?

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