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Ein Einkaufszentrum in Mariupol wird heftig unter Beschuss genommen. Das Foto wurde von der lokalen Bevölkerung aufgenommen.

5. März 2022 / 17:10 Uhr

Einnahme von Mariupol wäre für Russland ein strategisch entscheidender Erfolg

Abseits von den festgefahrenen Fronten im Ukraine-Krieg vor Kiew und Charkiw spielt sich im Südosten des Landes eine Schlacht um eine Stadt ab, deren Einnahme für Russland einen immens wichtigen Schritt Richtung Sieg bedeuten könnte. Die Rede ist von der großen Hafenstadt Mariupol.
400 Kilometer in zehn Tagen
Die Stadt mit rund 450.000 Einwohnern liegt dabei strategisch wichtig, nämlich zwischen den durch die russischen Separatisten kontrollierten Gebieten in der Ostukraine und der Krim, am Ufer des Asowschen Meeres. Hier im Südosten ist Russland bislang militärisch am erfolgreichsten. Von der Krim aus ist die Armee in zehn Tagen fast 400 Kilometer bis Mariupol vorgerückt.
Riesiges Gebiet wäre gefährdet
Gleichzeitig wurden vor wenigen Tagen die Streitkräfte der Separatistengebiete mobilisiert und rücken vom Osten her auf Mariupol vor. Fällt die Stadt, hätten die Russen eine Landverbindung von der Krim bis zum Donbass hergestellt. Gut möglich, dass dies die militärische Vorentscheidung für den gesamten Südwesten der Ukraine wäre, da Russland dadurch ein riesiges Gebiet zwischen Melitopol, Charkiw und der russischen Grenze im Osten „in die Zange“ nehmen könnte.
Mariupol entscheidend
Wie RTL über den aktuellen Frontverlauf (Stand 5. März) berichtet, ist Mariupol die letzte Stadt zwischen der genannten Landverbindung von der Krim bis in den Donbass. Die Stadt gilt dabei als die vielleicht am besten befestigte in der ganzen Ukraine, denn sie liegt seit acht Jahren direkt vor den Separatistengebieten. Hier ist man den Krieg und die Alarmbereitschaft gewohnt. In den letzten Jahren wurden festungsartige Verteidigungsanlagen auf- und ausgebaut. Hier liegen die besten ukrainischen Truppen bestehend aus hochmotivierten Freiwilligenverbänden.
Belagerungsring fast geschlossen
Russland jedoch hat den strategischen Vorteil: Der „Kessel“ um Mariupol ist fast geschlossen, er ist derzeit nur noch rund zehn Kilometer weit offen. Schließt sich der Belagerungsring, wäre die riesige Stadt komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Ohne eine Grundversorgung, wie zum Beispiel von Nahrungsmitteln, wird es fraglich sein, ob die Stadt den Angriffen lange standhält.
Seit acht Jahren umkämpft
Zusätzlich hat die Stadt auch noch eine enorm symbolische Bedeutung: Sie liegt im Gebiet des Oblastes Donezk. Das heißt, dass die Separatisten auch auf Mariupol Anspruch stellen. Hier wiederum endete 2014 der Vormarsch der Separatisten. Würde die seit acht Jahren umkämpfte Stadt den Russen im Donbass in die Hände fallen, wäre dies ein enorm großer symbolischer Sieg.
Wie die Presse berichtet, gab es für heute eine fünfstündige Feuerpause, um den Zivilisten die Flucht aus der Stadt zu ermöglichen.

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