Tschechien setzt auf Atomkraft – Temelin wird ausgebaut
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Tschechien, Atomkraft, Atomkraftwerk, Oberösterreich, Strom, Slowakei, Dana Drabova, Dukovany, Edvard Sequens, CallaFoto: ChNPP / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
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EnergieDas umstrittene tschechische Atomkraftwerk Temelin soll ausgebaut werden. Der in der Vergangenheit durch zahlreiche technische Mängel aufgefallene Meiler befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Österreich. Dementsprechend erhitzt sind die Gemüter.
Atomkraft für Jahrzehnte
Oberösterreichs Bevölkerung und die Lokalpolitik sind schockiert. Die tschechische Regierung setzt auf Atomstrom. Eine aus acht Personen zusammengesetzte Expertengruppe empfahl, die Weichen in Richtung Atomstrom zu stellen. Bezeichnend: Mitglied des Gremiums war auch Dana Drabova, Chefin der landeseigenen Atomenergiebehörde. Das Papier soll die Grundlage eines neuen Energiekonzeptes werden. Dieses soll der Prager Regierung bis August dieses Jahres vorgelegt werden. Die Folgen im Fall einer Umsetzung der bisherigen Tendenz wären weitreichend: Der Planungshorizont beträgt mehrere Jahrzehnte.
Bis 2030 soll der Anteil von Atomstrom in Tschechien und der Slowakei bei 50 Prozent liegen. Energie aus erneuerbaren Quellen soll kaum noch gefördert werden. Die Subventionierung solle eingestellt werden, sobald ein Anteil von 15 Prozent erreicht ist, empfiehlt die Expertengruppe. Die zusätzlichen Kapazitäten zur Erzeugung von Atomenergie sollen nicht durch den Neubau von Atommeilern geschaffen werden. Geplant ist die Erweiterung bestehender Kraftwerke. Das politisch umstrittene südböhmische Temelin soll um zwei Reaktoren erweitert werden. Der Ausbau wird rund 8,1 Milliarden Euro kosten, schon nächstes Jahr könnten die Pläne unterzeichnet werden.
„Teufelskreis des Atoms“
Um das ambitionierte Ziel gesteigerter Atomstromproduktion erreichen zu können, ist die Erweiterung eines weiteren Kraftwerks erforderlich. Das bisher wenig bekannte, in Südmähren gelegene Werk Dukovany soll um einen Reaktor ausgeweitet werden. Tschechische Atomkraftgegner machen mobil. Man spricht von einem „Teufelskreis des Atoms und der Kohleförderung“. „Dabei könnten neue Technologie und erneuerbare Quellen gemeinsam mit der Erhöhung der Energieeffizienz die heimische Wirtschaft auf neue Füße stellen, die Verschmutzung senken und uns aus der Abhängigkeit vom russischen Gas befreien", kritisiert Edvard Sequens, Obmann der ökologischen Plattform „Calla“. Die Regierung scheint dieser Argumentation wenig Gehör zu schenken.








