Anatolischer Walzer am Wiener Opernball
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von Ismet Özdek präsentiert – einem ehemaligen Ziegenhirten aus Anatolien.
Foto: Denis Todorut / flickr
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Kultur
Der Opernball mit seinen bis zu 12.000 Besuchern bildet alljährlich das Zentrum der Wiener Ballsaison. Wenn die Staatsoper zum festlichsten und berühmtesten Ballsaal der Welt wird, sind die Kameras nicht nur auf den Baulöwen Richard Lugner und seine oft eigenwillige Promi-Begleitung gerichtet. Besonders die Eröffnungszeremonie, deren Choreographie jährlich an eine andere Tanzschule aus jeweils einem anderen Bundesland vergeben wird, steht ganz im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. 2008 wurde anlässlich der Fußball-Europameisterschaft ein eigens komponiertes Fußball-Ballett auf grünem Gummi-Rasen aufgeführt.

von Ismet Özdek präsentiert – einem ehemaligen Ziegenhirten aus Anatolien.
Foto: Denis Todorut / flickr
Verantwortlich für die Choreographie der Eröffnungspolonaise am diesjährigen Opernball am 16. Februar 2012 ist ein ehemaliger Ziegenhirte aus Ostanatolien. Ismet Özdek hat sich mit seiner Tanzschule „Isi-Dance“ aus Bruck an der Leitha in einem mehrstufigen Bewerbungsverfahren durchsetzen können. Mit seinen 32 Jahren ist er nicht nur der jüngste Choreograf der Opernball-Geschichte, sondern auch der erste Türke, der den Debütanten den traditionellen Wiener Walzer aus den 1770er Jahren vortanzt.
Gemeinsam mit drei Geschwistern lebte Özdek bis zu seinem siebenten Lebensjahr in der ostanatolischen Provinz Bingöl – als Ziegenhirte. „Bei Sonnenaufgang begann die Arbeit. Sobald der Schatten eines Baumes das Ende des Feldes erreichte, brachte ich die Schafe zurück. Unser Trinkwasser war der Bach, auf die Toilette gingen wir in den Wald, eine dunkle Kammer war unser Kühlschrank, eine Petroleumlampe das einzige Licht zu Hause“, erzählt Özdek.
Schuhputzer und Bauarbeiter - dann nach Wien
1986 übersiedelte er in die viertgrößte türkische Stadt, Bursa. Dort verdiente er als Schuhputzer und später als Bauarbeiter sein Geld. 1990 folgte die Übersiedelung nach Wien. Treibende Kraft dahinter war sein Vater, der in Ostanatolien keine Zukunft für seine Kinder sah und schon zuvor in die Alpenrepublik auswanderte, um „den Weg zu bereiten“. In Wien arbeitete Özdek als Tellerwäscher, holte die vierte Klasse Volksschule nach. Später besuchte er die Hauptschule und machte eine Lehre als Elektroanlagentechniker. „Ich war ein typisches Migrantenkind“, sagt Özdek heute. Eines, das kaum Deutsch konnte und sich ständig auf der Straße aufhielt.
Mit 16 schickte ihn ein Nachbar auf dessen Kosten in die Tanzschule eines Freundes. Nicht zum Tanzen, sondern um Deutsch zu lernen. „Nach fünf Wochen habe ich gesagt: Nie wieder", erinnert sich der Migrant. Doch dann entdeckte er den Reiz am Tanzen, arbeitete als Assistent und begann 1999 sogar die Tanzlehrerausbildung, die er drei Jahre später abschloss. Im selben Jahr debütierte er auch am Wiener Opernball. Özdek ist aufgrund seiner turbulenten Lebensgeschichte seit vergangenem Jahr Integrationsbotschafter für ÖVP-Staatssekretär Sebastian Kurz ist. Einen Vorteil für seine Opernball-Bewerbung sehe er darin aber nicht. „Ich bringe ja eher Sebastian Kurz einen Vorteil“, sagt er gegenüber der Tageszeitung Die Presse selbstbewusst.
Eigenwilliges Ballplakat von junger Künstlerin
Ungewohnt, weil weit von klassischer Aufmachung entfernt, ist auch das diesjährige Opernballplakat. Eine Ballerina – ihr Gesicht halb hinter einem Fächer versteckt – mit Drehschlüssel im Rücken sowie Tätowierungen auf Armen und Dekolleté. Entworfen wurde es von einer von einer Künstlerin der „Bäckerstraße 4“, einer Plattform für junge Kunst. Ballorganisatorin Desirée Treichl-Stürgkh hatte sich Künstlerin Zoe Byland expliziert gewünscht, weil ihre Arbeit „so anders ist als alles bisher“. Neu ist auch, dass es das Sujet als Postmarke gibt.









Kommentare
Es ist schon sehr genant,was
Es ist schon sehr genant,was da heutzutage geboten wird. Eine einfache Erklärung ,warum heute gegen den Opernball nicht mehr demonstriert wird.
Die Aufziehpuppe ist wahrscheinlich in Anlehnung an die Olympia aus Hoffmans Erzählngen gedacht...Geht aber relativ ins Leere,nach der Umerziehung versteht das sowieso keiner mehr,schon gar nicht die tätowierte Dame!
Man amüsiere sich also damit alleine!
Was bleibt sonst übrig?
Oder wollt´s Ihr den Elmayer dort hinstellen? Mit dem Strache seinen Orden? Oder vielleicht die Dancing Stars? :-)
was bleibt sonst übrig...
man hätte auch den Erstqualifizierten nehmen können.Aber so läßt sich die Migranten(Integrierten)quote erfüllen.Alles nur Blendwerk.
Ich nehme mal an, ...
... daß dieser "Ziegenhirte" heute wohl keiner mehr ist und er inzwischen halbwegs gut Deutsch spricht. Die Debütantinnen beim Wiener Opernball hat er - ich habs nicht gesehen - aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mit Kopftuch oder Burka auf die Tanzfläche geschickt.
So gesehen ist er einer derjenigen "Türken", gegen die wir hier überhaupt nichts haben. Sicher wird er seine alte Heimat nicht vergessen wollen, hat aber mit ebensolcher Sicherheit hier bei uns seine neue Heimat gefunden.
Demzufolge ist die Beschreibung seines Lebens hier sehr neutral (bis auf den kleinen Seitenhieb "Ziegenhirte";-) und nach meiner Meinung auch wohlwollend geschrieben.
Willkommen in Österreich Izmet!
Ja, es gibt türkische Einwanderer, die mir sehr willkommen sind, so z.B.:
Bülent Ceylan
http://www.youtube.com/watch?v=OTokdjX3wQM
Kaja Jana
http://www.youtube.com/watch?v=x0A7EtVgb3Q
dfW
Ich geb' Ihnen Recht
Ich geb' Ihnen Recht, "Willi": endlich ein (weiteres) Beispiel eines leistungswilligen, integrationsbereiten Immigranten (der sich aber auch nicht über die "Asyl-Schiene eingeschlichen" hat).
Â
DIESE wollen wir durchaus willkommen heißen und ihnen die selbst verdienten Annehmlichkeiten herzlich gönnen.
Â
Und die Wahrscheinlichkeit ist durchaus nicht klein, dass er letztlich uns und unseren Anliegen nahe stehen wird. Das sind möglicherweise auch die künftigen FPÖ-Wähler, die sich von der Förderung des Sozialschmarotzertums klar abgrenzen!
Â
Seitenhieb?
Den Lebensabschnitt als Ziegenhirte hat er selbst beschrieben.
Interessant, werter fauler Willi, dass es aus der Feder von Unzensuriert geflossen, plötzlich zum "Seitenhieb" mutiert. Es scheint wieder einmal darauf anzukommen, wer etwas ausspricht, damÃt es als politisch korrekt klassifiziert wird.
Da war doch erst kürzlich etwas ähnliches mit "Reichkristall..." oder "Progrom" ...
Paßt
alles zusammen im Kalifat Viyana.
mehr
gibt es dazu nicht zu sagen.
alles protektionskinder der österreichverräter.