„Oh, wie schön ist Paraguay“ betitelt das aktuelle profil eine zweiseitige Geschichte, in der das südamerikanische Land schlecht wegkommt. Nach Lektüre des Artikels entsteht beim Leser der Eindruck, dass es sich um eine der letzten Nazi-Bastionen der Welt handeln muss. Von „arischen“ Siedlungen ist die Rede, von Josef Mengele und anderen Nazi-Verbrechern, die einst dort Zuflucht gefunden haben, von russischen NS-Kollaborateuren, die bei den längst dort ansässigen Mennoniten untergekommen seien, von einem Antisemiten, der mit einem von Hitler persönlich geschickten Säckchen deutscher Erde beerdigt wurde. Krönender Schlusspunkt ist das Aufwärmen der Verschwörungstheorie, Hitler selbst habe sich mit Eva Braun nach Paraguay abgesetzt und im dortigen Dschungel bis in die fünfziger Jahre gelebt.